Kleider- und Sachspendenkammer

Informationen zu den Öffnungszeiten sowie zum aktuellen Bedarf: Überblicksseite

Kleider- und Sachspendenkammer von Save me Konstanz e.V.

Wie eine kleine Firma, nur ohne Geld

Zu Besuch in der Kleider- und Sachspendenkammer von Save me Konstanz e.V.

Es sind mehr als 50 Aktive, die sich regelmäßig in der Kleider- und Sachspendenkammer ehrenamtlich engagieren. Die Älteren unter ihnen, die die Mehrheit ausmachen, haben Flucht und Vertreibung zum Teil selbst erlebt oder haben Familienangehörige mit diesem Schicksal. Andere helfen mit, weil sie als alteingesessene Konstanzerinnen und Konstanzer damit ein Zeichen setzen und ihre Weltoffenheit und Freundlichkeit gegenüber den Gefüchteten zum Ausdruck bringen möchten. „Wir reden nicht nur, wir machen etwas“ - so eine der Helferinnen. Wieder andere kommen wegen der interessanten Begegnungen – mit den Geflüchteten, aber auch mit den anderen Ehrenamtlichen. „Es kommen hier interessante Menschen zusammen und ich habe schon viele spannende Gespräche geführt“ - erzählt eine der studentischen Helferinnen.

    Seit Januar befindet sich die Kleider- und Sachspendenkammer in der Petruspfarrei in der Wollmatinger Straße. Einmal in der Woche bringen die Konstanzerinnen und Konstanzer ihre Spenden vorbei und dann ist für die Ehrenamtlichen erst einmal viel Arbeit angesagt: pro Annahmetermin werden etwa 12 volle Umzugskartons abgegeben, dazu noch Schuhe, Koffer, Spielsachen und weitere Sachspenden.

    Kleider- und Sachspendenkammer von Save me Konstanz e.V.

    Häufig sammeln die Spender in ihren Betrieben, Schulklassen oder in der Nachbarschaft und bringen dann größere Mengen an Artikeln in die Kleider- und Sachspendenkammer. „Auf meinem Handyschrittzähler kommen an solch einem Tag mehrere Kilometer zusammen“ berichtet eine der Ehrenamtlichen. Alle Artikel werden zunächst begutachtet und bei Eignung sofort in die entsprechenden Regale einsortiert. Weggeworfen wird so gut wie nichts: Kleidung, die nicht zum Bedarf passt, wird an andere soziale Einrichtungen wie die Obdachlosenhilfe oder die Nothilfe Bodensee weitergegeben.

    Kleider- und Sachspendenkammer von Save me Konstanz e.V.

    Ist dann alles fein säuberlich einsortiert, können die „Kunden“ kommen. Und das sind die Geflüchteten, die häufig nur das Allernötigste besitzen, was sie in den Erstaufnahmestellen des Landes erhalten haben. Hier in der Kleiderkammer werden sie zunächst registriert und bekommen dann einen „Laufzettel“ ausgestellt, der sie berechtigt, pro Halbjahr insgesamt 60 Teile mitzunehmen. Socken und Unterwäsche sind da mit dabei, Bettwäsche und Schuhe werden extra verbucht. Außerdem wird pro Person ein Koffer ausgegeben. Koffer sind besonders wichtig und begehrt, da die Geflüchteten meist noch weitere Umzüge vor sich haben und auch, weil in den Unterkünften häufig keine Schränke zur Verfügung stehen. In zwei Umkleidekabinen können die begehrten Kleidungsstücke anprobiert werden und pro Schicht stehen fünf Ehrenamtliche für die Beratung und auch das Wiederaufräumen der Kleidung bereit: wie in einem „echten“ Bekleidungsgeschäft eben.

    Beim abschließenden Check-Out wird dann genau verbucht, was die „Kunden“ mitgenommen haben. „Wir funktionieren wie eine kleine Firma, nur ohne Geld“ so eine der Ehrenamtlichen über das ausgeklügelte EDV-unterstützte System der Spendenausgabe. Für einen geordneten Ablauf– manchmal ist der Andrang an Bedüftigen so groß, dass sich schon weit vor der Öffnungszeit eine lange Schlange vor der Tür bildet – sorgen etwa 15 Helfer aus dem Kreis der Geflüchten selbst, von denen einige bei Bedarf auch übersetzen können. Schon so manche Freundschaft hat sich aus der Zusammenarbeit von ehrenamtlich tätigen Einheimischen und ehrenamtlich tätigen Flüchtlingen in der Kleiderkammer entwickelt.

      Kleider- und Sachspendenkammer von Save me Konstanz e.V.

      Angesprochen auf ihre Erfahrungen im Kontakt mit den Flüchtlingen sind sich die Ehrenamtlichen einig: „Wir erleben die Leute als sehr respektvoll, hilfsbereit und dankbar und zu unseren Highlights gehört, wenn wir die Freude über ein besonders schönes Teil in den Gesichtern der Beschenkten sehen oder das Glänzen in den Augen eines Mädchens, das sich gerade ein Püppchen ausgesucht hat.“

      Das alles wäre nicht möglich ohne die Unterstützung der Petrus Gemeinde, die den Raum zur Verfügung stellt und die Geflüchteten jederzeit freundlich aufnimmt. Ein besonderer Dank geht daher an die Kirchengemeinde und insbesondere an die Pfarrerin Frau Holtzhausen.

        Kleider- und Sachspendenkammer von Save me Konstanz e.V.

        Aktuelle Informationen zu den Öffnungszeiten sowie zum Bedarf stellen wir Ihnen wöchentlich auf einer separaten Übersichtsseite zur Verfügung.

        Wenn Sie an einer Mitarbeit in der Kleider- und Sachspendenkammer interessiert sind, wenden Sie sich bitte an: info@save-me-konstanz.de

        Veranstaltungen

        News