Unterstützung bei der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche

Integration durch Arbeit – diese drei Frauen arbeiten daran – haupt- und ehrenamtlich

Am Rande des letzten Infoabends von Save me Konstanz im Albertus-Magnus-Haus gab es ein Gespräch mit Antje Nesensohn (Hauptamtlich angestellt beim Netzwerk Bleiben mit Arbeit/AWO), Zahide Sarikas (teilzeitbeschäftigt bei GeBes. Vermittlung von Flüchtlingen in gemeinnützige Tätigkeiten /AWO und ehrenamtliches Vorstandsmitglied bei Save me) und Gabriele Weiner (Als Save me Vorstandsmitglied ehrenamtlich zuständig für die Arbeitsgruppe Arbeit und Ausbildung.)

Uns interessiert besonders, wie die drei Frauen zusammenarbeiten, welche Synergien genutzt werden können, wer von ihnen bei den verschiedenen Fragen zum Thema „Arbeit und Ausbildung“ die richtige Ansprechpartnerin ist.

    Unterstützung bei der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche

    Von l.n.r.: Zahide Sarikas, Antje Nesensohn, Gabriele Weiner.

    Gaby Weiner berichtet, wie alles begann: Anfang 2015, nach einem ersten Versuch, Flüchtlinge in Arbeit zu bringen, bei dem acht Personen auf die Mainau vermittelt werden konnten, beschlossen Regina Bendokat und Gaby Weiner, beide Vorstandsmitglieder bei Save me Konstanz, Geflüchtete zu ihren Bildungs- und Arbeitskenntnissen und zu ihren Zukunftsvorstellungen zu befragen. Das Interesse war riesig und ein 7-köpfiges Save me-Team interviewte von September bis Dezember 2015 knapp 200 Geflüchtete. Dann begann die Suche nach Jobs, um die überwiegend jungen Männer zu vermitteln.

    Die erste Gruppe wurde bei den technischen Betrieben der Stadt gemeinnützig tätig. Die TBK war ein großartiger und sehr engagierter Arbeitgeber, der nach der Arbeit noch Deutschunterricht anbot. Parallel dazu organisierte Save me ab November einen Intensivsprachkurs und einen Kurs für die Helfer in der Gastronomie.

    Bis heute hat Save me ca. 50 Personen zu Arbeit verholfen. Von 450€-Jobs bis hin zu einer Ausbildung, die ein junger Mann in Kürze beginnen kann.

    Diese Vermittlung und Betreuung ist sehr zeitintensiv, weshalb Save me Konstanz sehr froh ist, dass die AWO in die Arbeitsvermittlung eingestiegen ist, da diese Aufgabe ehrenamtlich nicht mehr zu bewältigen ist - auch nicht mit einem Team von mehr als 15 ehrenamtlich tätigen Personen.

    Das Projekt „Netzwerk Bleiben mit Arbeit“ der Arbeiterwohlfahrt (AWO) will Geflüchtete in Arbeit vermitteln, in Ausbildung, in Qualifikationen oder weiterbildende Maßnahmen. Das Projekt startete im März 2016, Antje Nesensohn, ausgebildete Sozialpädagogin, ist seit April dabei und für Konstanz, Allensbach und Reichenau zuständig, eine Kollegin betreut Singen und Radolfzell. In ihre Beratung kommen Geflüchtete, die über Sozialarbeiter, Paten oder Mund-zu-Mundpropaganda zu ihr finden. In einem Erstgespräch wird analysiert: Welche Möglichkeiten gibt es? Was bietet das Arbeitsamt an? Ist eine Schulausbildung das richtige? Eine VABO-Klasse? (Vorqualifizierungsjahr Arbeit und Beruf für Jugendliche ohne Deutschkenntnisse), steht schon eine Ausbildung an oder ist erst einmal noch Deutschlernen das Wichtigste? Antje Nesensohn betreut ihre Teilnehmer nicht nur beim Start, sondern begleitet sie langfristig auf ihrem Weg in und durch die Arbeitswelt.

    Bei Save me Konstanz arbeitet Antje Nesensohn sehr eng mit Gabriele Weiner und ihrer Gruppe Arbeitsvermittlung und natürlich mit Zahide Sarikas zusammen. Geflüchtete, die mehr als einen Saisonjob ausüben möchten, lassen sich von ihr beraten, wie ihre Lebensplanung für die nächsten Jahre aussehen könnte. Umgekehrt schickt Antje Nesensohn Geflüchtete, die neben Deutschunterricht auch noch einen Halbtagsjob oder einen 450-Euro-Job suchen, zu Gabriele Weiner. Die Arbeitsbereiche ergänzen sich, Synergien werden gut genutzt, da Save me Konstanz schon seit längerem gute Kontakte zu möglichen Arbeitgebern aufgebaut hat.

    Mehr Informationen: Website der AWO Konstanz

    Zahide Sarikas startete Mitte Mai 2016 als Teilzeitbeschäftige bei der AWO und vermittelt Geflüchtete in gemeinnützige Tätigkeiten.

    Ziel ist, bis Ende 2017 einhundert Geflüchtete in gemeinnützige Arbeit einzugliedern, davon fünfzig Personen bei städtischen Einrichtungen. Wichtigstes Ziel ist, dass die betroffenen Menschen eine Tagesstruktur gewinnen, auch wenn sie noch nicht arbeiten können oder dürfen. Die gemeinnützige Arbeit ist als „Schnupperlehre“ oder „Vorpraktikum“ aufzufassen, bei der man lernen kann, wie das Arbeitsleben in Deutschland funktioniert, zudem bleibt ausreichend Zeit für das ganz wichtige Ziel, die Sprache zu lernen. Für gemeinnützige Arbeit wird 1,05 Euro als Aufwandsentschädigung gezahlt.

    Zahide Sarikas ist derzeit in zahlreichen städtischen Einrichtungen unterwegs um festzustellen, wohin Geflüchtete vermittelt werden können. Angefragt werden z. B. Stadtwerke, Feuerwehr, Spitalstiftung, Sport- und Bäderamt, Volkshochschule, Theater, Sprachendienst, Philharmonie.

    Zahide Sarikas ist aber auch viel in den Flüchtlingsunterkünften unterwegs und erklärt den BewohnerInnen das Projekt. Dabei stellt sie auch fest, welche (Aus)Bildung die Geflüchteten haben und welche Berufserfahrung schon vorliegt.

    Mehr Informationen: Website der AWO Konstanz

      Save me Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche

      Sehr hilfreich sind Tipps aus der Bevölkerung, welche Arbeitgeber Flüchtlinge beschäftigen würden und welche Geflüchteten engagiert und zielstrebig auf der Suche nach Arbeit oder Ausbildung sind.

      Kontakt: info@save-me-konstanz.de

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